Mein beruflicher Werdegang begann mit dem Traum, Bibliothekarin zu werden. Dieser Traum führte mich zu einem einschlägigen Studium und einem Praktikum in einer Bibliothek. Doch statt einer Karriere zwischen Bücherregalen wählte ich den Weg in die Wissenschaft und später ins Wissensmanagement und E-Learning. Heute nutze ich als Studiengangsleiterin und Lehrende meine Leidenschaft für das Sammeln und Teilen von Wissen, um Lernumgebungen zu gestalten, die zum selbstständigen Lernen einladen.
Strategien zur Bewältigung der Informationsflut
Trotz meiner beruflichen Veränderung ist meine Liebe zum Lesen und Lernen geblieben. Ich bezeichne mich auch heute noch als "Information Junky". Jeden Tag lese ich stundenlang unzählige Sach- und Fachtexte. Doch mit der Informationsflut wuchs auch die Herausforderung, all das Gesammelte zu verarbeiten. Wie behält man den Überblick, wenn man täglich mit mehr Informationen konfrontiert wird, als man verarbeiten kann?
Die Tools, die mich begleiten
Um diese Informationsflut zu bewältigen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren, habe ich im Laufe der Jahre Strategien entwickelt und unzählige Tools ausprobiert und eingesetzt. Besonders hilfreich sind dabei die "Read it Later"-Tools. Anfangs habe ich kostenlose Dienste wie Pocket und Instapaper genutzt, bin dann aber zu Readwise gewechselt, das sich als ideal für meine Bedürfnisse erwiesen hat. Mit diesem Tool kann ich alle Inhalte - von Artikeln bis hin zu Newslettern - sammeln, auf die ich im Laufe des Tages stoße. In Readwise kann ich diese Inhalte organisieren, verschlagworten und mit Hilfe von KI auswerten und z.B. automatisch Zusammenfassungen erstellen lassen. Wichtig ist für mich auch die Exportfunktion, mit der ich alle Markierungen und meine Notizen in andere Systeme exportieren und dort weiterbearbeiten kann.
Woher beziehe ich mein KI-Wissen?
Um mein Wissen im Bereich Künstliche Intelligenz auf dem neuesten Stand zu halten und meine Lehre an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten, nutze ich regelmäßig folgende Quellen:
Ethan Mollick: Er ist einer der führenden Experten an der Schnittstelle von KI und Bildung. Ich folge ihm sowohl auf X (früher Twitter) als auch auf LinkedIn. Seine Beiträge und sein Newsletter sind eine Fundgrube für die neueste Forschung und praktische Anwendungen von KI in der Bildung.
Philippa Hardman: Auch sie ist eine wichtige Stimme im Bereich KI und Bildung. Ihr Engagement auf LinkedIn und ihr regelmäßiger Newsletter bieten tiefe Einblicke und innovative pädagogische Ansätze, die in der modernen Bildungslandschaft Anwendung finden.
Bron Eager: Sie ist eine Expertin für KI und Hochschulbildung. Auf X und in ihrem Newsletter gibt sie wertvolle Einblicke in praktische KI-Anwendungen in Lehre und Forschung.
Mushtaq Bilal und Ilya Shabanov: Beide sind auf X und Bilal auch auf LinkedIn aktiv und versenden Newsletter, die sich mit KI und wissenschaftlichem Arbeiten beschäftigen. Obwohl ihre Beiträge manchmal werblich erscheinen, enthalten sie oft Inhalte von hohem Neuigkeitswert.
X (früher Twitter): Obwohl ich X nicht mehr aktiv nutze, sind die Tweets von Ethan Mollick und vielen anderen aus meiner Twitter-Liste, die zweimal täglich in meinem Readwise angezeigt werden, immer noch eine wertvolle Informationsquelle.
LinkedIn: Seit die deutschsprachige E-Learning-Community auf X geschrumpft ist, ist sie auf LinkedIn viel präsenter und aktiver. Diese Plattformen ermöglichen es mir nicht nur sozial auf dem Laufenden zu bleiben, sondern auch meine eigenen Inhalte mit einem breiten Publikum zu teilen.
RSS-Feeds und Fachzeitschriften: Viele renommierte Fachzeitschriften im Bereich KI und Bildung bieten RSS-Feeds an, die ich abonniert habe und deren Updates direkt in meinem Readwise angezeigt werden. So kann ich mich schnell und effizient über die neuesten Artikel und Studien informieren.
arXiv: Als Repositorium für Preprints auch aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz ist arXiv für mich eine unverzichtbare Quelle für die neuesten Forschungsergebnisse, lange bevor sie in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.
Die vorgestellten Strategien und Werkzeuge zeigen auch, wie künstliche Intelligenz bei der Bewältigung der Informationsflut helfen kann, z.B. durch generierte Zusammenfassungen. Ich hoffe, dieser Beitrag kann als Ausgangspunkt dienen, um eigene Strategien zu entwickeln und zu vertiefen.
Meine LinkedIn-Beiträge
Die folgenden LinkedIn-Beiträge habe ich seit dem letzten Newsletter veröffentlicht und sind auch ohne LinkedIn-Mitgliedschaft frei zugänglich:
Sollten wir ChatGPT höflich behandeln?
Beeinflusst Höflichkeit die Leistung von ChatGPT? Die Studie von Yin et al. (2024), "Should We Respect LLMs? A Cross-Lingual Study on the Influence of Prompt Politeness on LLM Performance" liefert dazu spannende Einblicke.
PPT Präsentation: Die Demokratisierung des Ghostwritings
Was sollte ich über künstliche Intelligenz wissen, wenn ich wissenschaftliche Arbeiten betreue? Zu diesem Thema habe ich im Rahmen der eEducation Praxistage eine Keynote gehalten und die Präsentation veröffentlicht.
ChatGPT-4 und Menschen schreiben gleich gute Einleitungen
Sollten wir selbst Einleitungen schreiben oder diese Aufgabe an GPT-4 delegieren? Die Studie von Sikander et al. "ChatGPT-4 and Human Researchers Are Equal in Writing Scientific Introduction Sections: A Blinded, Randomized, Non-inferiority Controlled Study" gibt spannende Antworten auf diese Frage.
Buchbesprechung: Co-Intelligence - Living and Working with AI
Ein Buch, das alles Wesentliche über Künstliche Intelligenz vermittelt? "Co-Intelligence: Living and Working with AI" von Ethan Mollick bietet ein umfassendes, unterhaltsames und gut lesbares Basiswissen über KI.
Wie kann asynchrones Onboarding an der Universität Wien gelingen? Diese Frage beantworten Brandić & Wiesinger (2024) in ihrem Beitrag in den Medienimpulsen.
Danke Barbara für deinen spannenden post! Readwise werde ich gleich austesten.